Vegan Guide Lissabon – Teil 2: Explore

Weiter geht’s mit dem zweiten Teil der Lissabon-Reihe: Explore. Hier erfahrt ihr, welche unterschiedlichen Möglichkeiten existieren, Portugals Hauptstadt zu erkunden und welche sich für wen eignen. In den anderen Teilen der Reihe erfahrt ihr, was es alles Veganes zu essen gibt, was ihr euch anschauen solltet, wo ihr günstig übernachten könnt und was es in der Umgebung zu entdecken gibt.

Hier kommt ihr zu den anderen Teilen der Serie:

  1. Eat
  2. Explore
  3. See
  4. Sleep
  5. Umgebung

Unser Lissabon-Video

Explore.

Ja, es gibt in der Tat so einige Methoden, die Stadt der Sieben Hügel (A Cidade das Sete Colinas) zu entdecken. Ob ganz klassisch zu Fuß, mit dem Rad, per Hop-On-Hop-Off-Bus oder der berühmten Straßenbahnlinie 28E. Oder etwas ausgefallener per Tuk-Tuk, Segway, mit einem Renault Twizzy oder vielleicht sogar per Boot? Gehen wir zusammen mal die verschiedenen Transportmittel durch.

Zu Fuß

Laut vieler Reiseführer lässt sich die Altstadt Lissabons am besten zu Fuß erkunden. Das gilt aber tatsächlich nur für einen sehr kleinen Radius, da man aufgrund der starken Steigung schnell aus der Puste kommt. Kombiniert mit der Sommerhitze gerät man schnell ins Schwitzen. Die rutschigen, abgelaufenen Kopfsteinpflaster machen es da einem nicht unbedingt einfacher.

Zudem sind an vielen Stellen die Fußwege viel zu eng für die Touristenströme, sodass man auf die Straße in den chaotischen Verkehr ausweichen muss. Lautes Gehupe an jeder Ecke sorgen mit allem zuvor genannten für Kopfschmerzen und schlechte Laune. Außerdem ist Lissabon insgesamt einfach viel zu weitläufig: Es möchte wohl kaum jemand die gesamten 85 Quadratkilometer des Stadtgebiets ablaufen.

Mit dem Rad

Doch auch das Fahrrad ist keine ideale Lösung, zumindest nicht für den Stadtkern. Die bereits erwähnten Steigungen, die vollen, engen Straßen, nicht vorhandene Radwege und die Ignoranz der Autofahrer machen das Radfahrerleben schwer.

Wer jedoch entlang des Flusses Tejo radeln möchte, kann all diese Hindernisse umgehen. Hier existieren nämlich tatsächlich von der Straße getrennte Radwege und die Strecke ist fast vollkommen eben. So kann man easy während einer Tagestour den Torre de Belém, das Mosteiro dos Jerónimos, die Ponte 25 de Abril, den Praça do Comércio und das Expogelände Parque das Nações erkunden.

Hop-On-Hop-Off-Bus

Wie in eigentlich allen touristischen Städten gibt es natürlich auch in Lissabon die Möglichkeit, die Stadt während einer Hop-On-Hop-Off-Bustour zu entdecken. Wir haben so eine getestet und zwar die Tagus Tour von Yellow Bus. Diese ist mit 14,40 Euro die günstigste der angebotenen Rundreisen und führt während einer rund 100-minütigen Fahrt und 18 Haltestellen vom historischen Zentrum bis nach Belém und zurück.

Dabei kann man mittels Audioguide in verschiedenen Sprachen einiges über die Stadt, das Land und die Kultur dazu lernen, während man sich entspannt die Sonne ins Gesicht scheinen und eine frischen Tejobrise durch die Haare wehen lässt. Wem das noch nicht genug ist, der kann außerdem die Yellow Boat Tour und die Hills Tramcar Tour (fährt dieselbe Strecke wie die Straßenbahnlinie 28E, ist aber deutlich leerer) machen. Dazu gibt es auf einige andere Touristenattraktionen Rabatte.

Straßenbahnlinie 28E

Wer kennt sie nicht, die berühmte Linie 28E? Die gelbe Straßenbahn ist wohl eines der bekanntesten Symbole und Wahrzeichen der hügeligen Stadt am Tejo und eine Fahrt im historischen Tramwagen gilt als absolutes Muss.

Dementsprechend beliebt und überfüllt ist sie. Kein Wunder, schließlich erhält man für den Preis eines normalen Einzelfahrscheins eine Stadtrundfahrt durch das historische Lissabon. Und nicht nur das: Mit maximal 13,5 Prozent Steigung besitzt die Linie eine der steilsten Abschnitte einer Adhäsionsbahn weltweit, dazu kommen enge Kurven und die Streckenführung durch schmale Altstadtgassen. Möchte man den drängenden Massen entgehen, kann man alternativ auf die bereits erwähnte Hills Tramcar Tour zurückgreifen. Diese ist zwar deutlich teurer, aber auch deutlich leerer.

Übrigens: das „E“ steht für „Eléctrico“ und wurde wie bei allen anderen Lissabonner Straßenbahnlinien erst im Jahr 1994 hinzugefügt, die Linie 28 gibt es aber schon seit 1928. Eingestiegen wird bei den alten Trams grundsätzlich vorne, ausgestiegen hinten.

Tuk-Tuk & Segway

Wer es etwas ausgefallener möchte, ist mir einem Tuk-Tuk oder Segway schon ganz gut bedient. Zwar finden wir persönlich, dass die Motorrikscha nach Asien gehört und wir uns eher albern vorkommen würden, damit durch Lissabon gefahren zu werden. Allerdings müssen wir auch einräumen, dass die Variante mit Elektromotor bei entsprechendem Strombezug ziemlich umweltfreundlich ist und die Abgase in der Stadt reduziert.

Dasselbe gilt für Segways. Im Gegensatz zu Deutschland werden diese in Portugal offiziell befürwortet. Da wir jedoch nicht so auf persönlich geführte Touren stehen, haben wir uns gegen diese beiden Optionen entschieden.

Renault Twizy

Stattdessen haben wir etwas noch individuelleres, ausgefalleneres und neueres gewählt: eine Stadtrundfahrt mit einem Renault Twizy von Lisbon Eco Tours. Das schmale Elektroauto passt durch jede noch so kleine Gasse und führt per Navi zu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten, zu denen es außerdem GPS-gesteuert spannende Infos, Geschichten, Kuriositäten und Geheimnisse von Lissabon und seinen Einwohnern erzählt.

Ihr fahrt selbst und könnt zwischen verschiedenen Touren wählen oder Lissabon auf eigene Faust erkunden. So seid ihr allein oder zu zweit und nicht mit einer riesigen Touri-Gruppe unterwegs und könnt entspannt überall anhalten, wo ihr wollt und euch so viel Zeit nehmen, wie ihr braucht.

Der Twizy bietet noch mehr Vorteile: Man kann ihn fast überall kostenlos parken, hat keine Treibstoffkosten und ist mit null Schadstoff- und Geräuschemissionen zudem supernachhaltig und umweltfreundlich unterwegs. Oder wir Lisbon Eco Tours sagen würde: 100% Fun, 0% Emissions.

Segeltour

Und auch für die Segelfans und Liebhaber des Wassers haben wir einen Tipp: die Segeltouren von Taguscruises. Zweimal täglich verlassen die etwa 13 Meter langen Segelyachten ihren Hafen: zur Day Tour um 15 Uhr und zur Sunset Tour zwei Stunden vor Sonnenuntergang. Perfekt also auch für Romantiker!

Vom Torre de Belém geht es entlang des Lissabonner Ufer auf dem Fluss Tejo (auf Latein und Englisch Tagus) unter der Brücke Ponte 25 de Abril hindurch bis nach Alfamadem verwinkeltem Altstadtviertel. Auf der Rückfahrt nähern sich die Segelboote dem Lissabon gegenüber liegendem Ufer von Almada, sodass sich die 28 Meter hohe Christusstatue Cristo Rei bestaunen lässt.

Wir haben die zweistündige Sunset Tour sehr genossen und fanden es toll, Lissabons Sehenswürdigkeiten auch mal aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen.

Unendliche Möglichkeiten

Wie ihr seht, existiert eine Vielzahl an Möglichkeiten, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Nur mit dem Auto lässt sich Lissabon nicht wirklich gut erkunden. Dafür sind die Straßen viel zu voll, eng und steil und kostenfreie Parkplätze wenig bis gar nicht vorhanden. Das solltet ihr also besser stehen lassen oder gar nicht erst mieten.

Sonnenuntergang hinter der Ponte 25 de Abril
Sonnenuntergang hinter der Ponte 25 de Abril


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