Wie reisen wir in Zeiten von „Fridays for Future“?

Vor Kurzem haben wir auf dem Blog folgenden Kommentar bekommen:

hallo ihr Reisenden, wie bewegt ihr euch eigentlich in Zeiten von Fridays for Future in der Welt vorwaerts???
klimafreundliche Gruesse

Hier lest ihr unsere Antwort.

Unsere Antwort in Kurzfassung
Unsere Antwort in Kurzfassung

Das ist zugegebenermaßen kein einfaches Thema und wir stehen dabei definitiv im Zwiespalt: Einerseits wollen wir so viel wie möglich von der Welt sehen, andererseits sie dabei aber so wenig wie möglich belasten.

Wir sind nun schon seit mehr als 2 Jahren fast ausschließlich mit unserem eigenen Auto unterwegs, in dem wir nicht nur reisen, sondern die meiste Zeit auch übernachten. Zudem haben wir weder in Deutschland noch irgendwo sonst eine Wohnung, sind also Dauerreisende. Das hat den entscheidenden Vorteil, dass wir uns den CO2-Ausstoß für Heizung und (zumindest größtenteils) Strom „sparen“, was immerhin im deutschen Durchschnitt mehr als 20 Prozent des CO2-Fußabdruckes pro Kopf ausmacht und somit noch vor Mobilität dabei an erster Stelle steht (Quelle: CO2-Rechner des Umweltbundesamtes, Stand 07/2019).

Perspektive aus unserem Bett im Auto
Perspektive aus unserem Bett im Auto
CO2-Ausstoß im deutschen Durchschnitt in Tonnen pro Jahr (Quelle: CO2-Rechner des Umweltbundesamtes, Stand 07/2019)
CO2-Ausstoß im deutschen Durchschnitt in Tonnen pro Jahr (Quelle: CO2-Rechner des Umweltbundesamtes, Stand 07/2019)

Nun mag sich per Auto unterwegs zu sein zunächst nicht besonders klimafreundlich anhören. Dabei müssen wir aber auch sagen, dass wir zum einen „slow traveln“, soll heißen, uns nur sehr langsam weiter bewegen und dadurch vermutlich weniger Kilometer zurücklegen als der*die durchschnittliche Autobesitzer*in (nicht, dass das dadurch okay wäre, es ist nur tatsächlich sehr viel weniger als man spontan meinen würde).

Gegenüber anderen Verkehrsmitteln wie zum Beispiel Bus oder Zug können wir dadurch zum anderen nicht nur auf eine Wohnung, sondern auch auf massenweise Hotelübernachtungen verzichten, die – wie wir im CO2-Rechner bemerkt haben – ganz schön ins Gewicht fallen (können). Für kürzere Distanzen und Innenstädte haben wir außerdem unsere Fahrräder dabei oder nutzen, je nach Situation, öffentliche Verkehrsmittel vor Ort.

Die Straßenbahnlinie 28E in Lissabon
Die Straßenbahnlinie 28E in Lissabon

Probleme bereiten uns dafür jedoch noch schwer übers Land erreichbare Ziele, wie Inseln oder Staaten, die von „gefährlichen“ Ländern umgeben sind. Dabei stellen wir uns unter anderem auch die Frage, ob (Auto-)Fähren tatsächlich das Klima weniger beeinflussen als der „Klimafeind“ schlechthin, das Fliegen. Bis auf, diese Teile der Erde einfach nicht zu besuchen, haben wir für diese Regionen noch keine klimafreundlichere Alternative gefunden.

Stattdessen versuchen wir aber immerhin, unseren sonstigen CO2-Fußabdruck so gering wie möglich zu halten, beispielsweise durch Ernährung (Veganismus), Müllvermeidung (Low Waste, Beach Clean Ups) und geringem allgemeinen Konsum (Minimalismus). Aber das war ja nicht deine Frage. 😀

Ist die Fähre die bessere Alternative zum Flugzeug?
Ist die Fähre die bessere Alternative zum Flugzeug?

Generell gilt: Natürlich sind auch wir nicht unfehlbar und bei weitem nicht perfekt. Daher freuen wir uns über jegliche ernst gemeinte konstruktive Kritik, seien es Anregungen, Tipps, Ideen oder eigene Erfahrungen. Abschließend möchten wir noch anmerken, dass uns auch vor Fridays for Future der Klimawandel nicht am A**** vorbeiging, wir uns aber selbstverständlich sehr über die Bewegung und den Fokus auf dieses uns alle betreffende Thema freuen. 🙂

Für nicht allzu weite Strecken bietet sich für uns das Fahrrad hervorragend als Fortbewegungsmittel an
Für nicht allzu weite Strecken bietet sich für uns das Fahrrad hervorragend als Fortbewegungsmittel an

 

 

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Eine Antwort auf „Wie reisen wir in Zeiten von „Fridays for Future“?“

  1. Ich kann euren Zwiespalt so gut nachvollziehen. Auch mir geht es ähnlich: ich lebe
    vegan, low waste, nutze so wenig Elektrizität und Heizung wie möglich, blogge neben dem Reisen vermehrt über Nachhaltigkeit (und was ich alles dafür tue) und lebe minimalistisch – und möchte trotzdem reisen und werde dafür „angefeindet“… Ich finde, ein solcher Vorwurf ist so unfair, wenn man bedenkt, dass selbst wir „kleinen Gelegenheitsbösewichte“ immer noch nicht so viel Umweltunfug treiben wie große Industriegiganten. Außerdem sind wir uns der Umstände bewusst und tun sehr viel (vermutlich mehr als 90-95% der Bevölkerung), was vollkommen außer Acht gelassen wird.

    Ein Lächeln,

    Miri

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