Guimar√£es: Geburtsort Portugals

Etwa 15 Kilometer s√ľd√∂stlich von Braga¬†befindet sich die Stadt Guimar√£es: UNESCO-Weltkulturerbe, Europ√§ische¬†Kulturhauptstadt 2012 und au√üerdem Geburtsort Portugals. Hier soll n√§mlich der erste K√∂nig Portugals (Afonso Henriques oder Alfons I.) geboren sein, weswegen Guimar√£es die erste Hauptstadt des Landes war und als ‚ÄěWiege der Nation‚Äú gilt.

Guimar√£es

Wir fuhren zuerst zum¬†Castelo de Guimar√£es, wo wir kostenlos parken konnten. Die alte romanische Burg wurde in der Mitte des 10. Jahrhunderts auf Anweisung der galizischen Gr√§fin Mumadona gebaut, um die Stadt und das Kloster vor den Angriffen der Normannen und Araber zu sch√ľtzen. 1109 wurde hier wahrscheinlich der Sohn Heinrichs von Burgund, der sp√§tere K√∂nig Alfons I., ¬†geboren. Die Burganlage gilt als eine der besterhaltenen romanischen Festungen Portugals.

Tipp: Am ersten Sonntag jeden Monats ist der Eintritt frei!

Nicht weit entfernt ist der Paço dos Duques de Bragança. Der Palast wurde um 1420 nach französischem Vorbild im normannisch-burgundischen Stil erbaut und zählt zu den prächtigsten Adelssitzen des 15. Jahrhunderts. Anlässlich der Jahrtausendfeier ließ Salazar den Bau 1960 zur offiziellen Staatsbleibe umfunktionieren.

Und dann kamen wir √ľber das st√§dtische Gerichtsgeb√§ude¬†Tribunal Judicial¬†und das Rathaus auch schon in die UNESCO-ausgezeichnete Altstadt. Das historische Zentrum besteht aus einer Vielzahl von G√§sschen und Pl√§tzen mit Gesch√§ften, Caf√©s und Restaurants. Die wohl sch√∂nste und √§lteste Stra√üe der Stadt, die Rua de Santa Maria, f√ľhrt vom neuen Rathaus¬†zum bekanntesten¬†Platz, dem Largo da Oliveira.

Hier ließ die Gräfin Mumadona Dias um 960 das Kloster errichten, das 1387 bis 1393 zur Igreja de Nossa Senhora da Oliveira erweitert wurde. Davor steht seit 1342 der Padrão do Salado, eine quadratische manuelinisch-gotische Säulenhalle. Auch das ehemalige Rathaus aus dem 14. Jahrhundert, welches Ende des 17. Jahrhunderts erneuert wurde, ist hier zu sehen. Mit den schönen, traditionell gestrichenen Häusern und den viele Cafés mit Sitzplätzen im Schatten des Olivenbaums, nachdem der Platz benannt ist, hat der Largo da Oliveira eine ganz besondere Atmosphäre.

S√ľd√∂stlich der Altstadt befindet sich der zu den sch√∂nsten Pl√§tzen der Stadt z√§hlende¬†Largo da Rep√ļblica do Brasil. Am Ende der G√§rten des Platzes¬†steht die barocke Kirche Igreja de Nossa Senhora da Consola√ß√£o e Santos Passos¬†aus dem Jahr 1769. Im Hintergrund ist der Berg¬†Serra¬†da Penha¬†oder¬†Monte de Santa Catarina¬†zu erkennen.

Mit dem¬†Largo do Toural¬†befindet sich ein weiterer sehenswerter Platz s√ľdwestlich der Altstadt. Am¬†Jardim P√ļblico da Alameda, der die beiden Pl√§tze miteinander verbindet, ist zwischen den sch√∂nen Altbauten auch ein Turm der alten Stadtmauer mit der Aufschrift¬†Aqui Nasceu Portugal¬†(„Hier ist Portugal geboren“) zu sehen.

Nur wenige Kilometer Luftlinie entfernt, dient der Berg¬†Serra¬†da Penha, auch¬†Monte de Santa Catarina¬†genannt, als Hausberg¬†Guimar√£es. Er kann √ľber eine Stra√üe oder per¬†Seilbahn erreicht werden. Auf dem Gipfelplateau befindet sich das von dem renommierten portugiesischen Architekten Jos√© Marques da Silva in den 1930er Jahren geplante und in seinem Sterbejahr 1947 er√∂ffnete Santu√°rio da Senhora da Penha, eine Pilgerst√§tte. Au√üerdem bietet der Berg¬†atemberaubende Blicke √ľber die Altstadt, den Palast und die Burg.

Bevor wir¬†Guimar√£es besuchten, hatten wir schon viel von der preisgekr√∂nten Altstadt geh√∂rt. Dadurch hatten wir sehr hohen Erwartungen an sie, die nur zum Teil erf√ľllt wurden. Hingegen √ľberrascht hat uns die¬†romanische Burg¬†Castelo de Guimar√£es, die wie aus einem Playmobil-Katalog entsprungen scheint.

Auch einen Besuch des Hausbergs¬†Serra¬†da Penha¬†oder¬†Monte de Santa Catarina (oder wie auch immer man ihn nennen mag) k√∂nnen wir jedem ausdr√ľcklich empfehlen. Bei klarem Wetter l√§sst sich hier ein wundersch√∂ner Sonnenuntergang beobachten. Ist es jedoch – so wie bei uns¬†– bew√∂lkt, wird die Stadt in ein¬†mystisches Ambiente¬†getaucht, welches gut zum¬†Santu√°rio da Senhora da Penha passt.

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