Porto.



Gegenüber der Buchhandlung Livraria Lello ist der Praça de Lisboa, welcher mit der Passeio dos Clérigos unserer Meinung nach einer der schönsten Plätze der Stadt ist. Über der nur zum Teil bedeckten Passage befindet sich auf zweiter Ebene der Jardim das Oliveiras, ein Park mit 50 Olivienbäumen. Die im Novermber 2015 eingeweihte Passeio dos Clérigos verbindet die Livraria Lello mit dem Torre dos Clérigos. In ihr befindet sich übrigens auch Costa Coffee, eine Cafékette, die Getränke im Starbucks-Stil mit Sojamilch anbietet – jedoch deutlich günstiger.

Auf der anderen Seite der Passeio dos Clérigos befindet sich der Torre dos Clérigos, mit 76 Metern der höchste Kirchturm Portugals und ein Wahrzeichen Portos. Er wurde zwischen 1754 und 1763 vom italienischen Architekten Niccolò Nasoni erbaut und diente einst den Seefahrern als Orientierungshilfe. Gegen eine Gebühr kann man die sechs Stockwerke mit insgesamt 225 Stufen hochsteigen und so eine gute Aussicht über die ganze Stadt genießen.

Nicht weit entfernt befindet sich der Praça da Liberdade, der von vielen als der zentrale Platz oder das „Herz“ Portos angesehen wird. Er befindet sich am südlichen Ende der Prachtstraße Avenida dos Aliados, in seiner Mitte steht seit 1866 eine Reiterstatue des portugiesischen Königs Pedro IV. Am nördlichen Ende der Avenida dos Aliados steht das Rathaus (Câmara Municipal do Porto), welches 1916 vom englischen Architekten Barry Parker im neoklassischen Stil entworfen wurde. Unmittelbar hinter dem Rathaus befindet sich die Igreja da Trindade, welche im 19. Jahrhundert im neoklassischen Stil erbaut wurde.

Direkt um die Ecke befindet sich der Bahnhof Estação de São Bento, entworfen vom aus Porto stammenden Architekten José Marques da Silva. Erste Züge fuhren bereits 1896 hierher, das Gebäude selbst hingegen ging nach gut 16 Jahren Bauarbeiten erst im Oktober 1916 in Betrieb. Die Vorhalle wurde 1930 vom Maler Jorge Colaço mit außergewöhnlichen Azulejo-Bildern gestaltet, die historische Szenen wie die Eroberung Ceutas, aber auch das Alltagsleben auf dem Land oder die Geschichte des Transportwesens darstellen.

Der Aussichtspunkt Miradouro da Vitoria ist eigentlich nur ein Schotterplatz, bietet aber eine grandiose Aussicht über den Douro und die Dächer der Stadt. Und: Er ist kostenlos! Von hier aus lässt sich auch schon die Kathedrale Sé do Porto betrachten, welche durch ihre erhöhte Lage das gesamte Stadtbild prägt. Sie wurde im 12. Jahrhundert als romanische Wehrkirche erbaut, daraufhin im gotischen Stil verändert und im 17. und 18. Jahrhundert vollständig umgebaut. Trotz dieser Umbauten blieb ihr ursprünglicher Charakter einer Festungsanlage erhalten. Wie die gesamte Altstadt gilt die Kathedrale seit 1996 als Weltkulturerbe der UNESCO.

Auf dem Weg dorthin kamen wir jedoch zunächst an der Kirche Igreja de São Lourenço, auch bekannt als Igreja dos Grilos, vorbei, von deren Plätzen man auch eine wunderschöne Aussicht über Porto hat. Von ihr kommt man über eine Treppe zum Terreiro da Sé, dem Vorplatz der Kathedrale, von man wieder eine gute Aussicht hat. Direkt neben der Kathedrale befindet sich der Bischofspalast. Östlich der Kathedrale ist ein Teil der ursprünglichen Stadtmauer aus der Römerzeit erhalten.

Über die Avenida Vimara Peres geht’s dann auch schon zum nächsten Highlight von Porto und zwar zur doppelstöckigen Bogenbrücke Ponte Luís I, entworfen vom Eiffel-Schüler Théophile Seyrig. Die Brücke wurde 1886 von König Ludwig I. von Portugal (Dom Luís), dessen Namen sie trägt, eingeweiht. Sie gehört zum Gebiet der historischen Altstadt Portos und daher auch seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Auf 385 Metern Länge verbindet sie Porto mit Vila Nova de Gaia. Die obere Fahrbahnebene wird auf zwei Gleisen von den Stadtbahnzügen der Metro do Porto befahren. Die untere Ebene ist eine Straßenbrücke, sie verbindet die Bogen-Endpunkte und hängt an der Eisenbahnbrücke. Beide Ebenen sind für Fußgänger begehbar.

Auf der anderen Seite der Ponte Luís I in Vila Nova de Gaia angekommen, lohnt sich der Aufstieg zum Mosteiro da Serra do Pilar, nicht unbedingt des Klosters wegen, sondern vielmehr, um die perfekte Aussicht auf die Brücke, den Douro, Porto und die beiden Flussufer zu genießen. Auch vom Antigo Casino da Ponte lassen sich besonders zum Sonnenuntergang wunderschöne Fotos mit der Brücke und Porto schießen.

Vila Nova de Gaia ist das Zentrum der Portweinproduktion. Die Bars und Restaurants am Cais de Gaia (Uferpromenade von Vila Nova de Gaia, westlich der Ponte Luís I und gegenüber der historischen Altstadt Portos) sind neben den Portweinkellern das bedeutendste touristische Ziel der Stadt. Die früher für den Portwein-Transport benutzten Rabelo-Boote haben heute jedoch nur noch touristische Funktion.

Am nördlichen Flussufer des Douros ist der vor allem abends sehr belebte Praça da Ribeira mit der beleuchteten Ponte Luís I im Hintergrund besonders schön. Östlich der Ponte Luís I  befindet sich die Standseilbahn Funicular dos Guindais und die Muralha Fernandina, ein Teil der mittelalterlichen Stadtmauer. Nicht weit von hier befindet sich der Praça da Batalha mit dem 1794 errichtetem Teatro Nacional São João und der im 18. Jahrhundert erbauten Igreja de Santo Ildefonso, deren Außenfassade mit Azulejos geschmückt ist. 

Hier beginnt auch die Pracht- und Einkaufsstraße Rua de Santa Catarina, welche etwa 300 Meter östlich parallel zur Avenida dos Aliados verläuft. Nur wenige Schritte von der Igreja de Santo Ildefonso entfernt befindet sich mit der Hausnummer 112 das wohl bekannteste Café Portos, das Café Majestic. Hierbei handelt es sich um ein Jugendstil-Kaffeehaus mit Original-Innenausstattung aus den 1920er Jahren, welches seit 1983 unter Denkmalschutz steht. Joanne K. Rowling schrieb die ersten Kapitel des ersten Harry Potter-Buches hier während ihrer Zeit in Porto Anfang der 1990er Jahre.

Nur 500 Meter entfernt befindet sich das rein vegane Restaurant Árvore do Mundo. Es verfügt über zwei Eingänge: einen zur Straße hin und einen weiteren über die an einem ruhigen und grünen Platz gelegene Terrasse. Haustiere sind hier auch willkommen. Neben einer Kunstgalerie, vielen Büchern und Spielzeug für Kinder, gibt es hier natürlich Essen: Die täglich wechselnden Menüs werden durch Burger und reichlich Desserts ergänzt. Die mit viel Liebe zubereiteten Speisen schmecken genauso gut wie sie aussehen.

Adresse: Rua Duque de Loulé 228, Porto

Ost-Porto

Östlich des Zentrums befindet sich die 1876–1877 von Gustave Eiffel entworfene Eisenbahnbrücke Ponte Maria Pia, die jedoch inzwischen außer Betrieb genommen wurde. Die Brücke wird sehr oft mit der im Zentrum der Stadt liegenden zweistöckigen Ponte Luís I verwechselt. Die Schienen führen zum außerhalb der Innenstadt liegenden Bahnhof Campanhã, der den Anfangs- bzw. Endpunkt der wichtigsten Bahntrasse Portugals Linha do Norte bildet. Von hier aus können die südlich von Porto liegenden Städte Aveiro, Coimbra und Lissabon sowie Braga in Nordportugal direkt erreicht werden.

Wenige Schritte vom Árvore do Mundo entfernt, befindet sich am Jardim de São Lázaro mit Duas de Letra ein weiteres veganfreundliches Restaurant. Etwas weiter östlich befindet sich sogar eine veganfreundliche Unterkunft, nämlich das Canvas Atelier Hostel (booking.com mit 10% Rabatt), in dem wir zwei Nächte übernachteten. Sie waren nicht nur so freundlich, uns Sojamilch und vegane Margarine zum Frühstück zu besorgen, sondern veranstalteten sogar eine Vegan Dinner Party. Zusätzlich zur guten Lage sprechen die stilvolle Einrichtung, das schicke Bad mit Badewanne, der Balkon, die Gemeinschaftsküche und das gemütliche Esszimmer für sich.

Adresse: Rua Barão de São Cosme 264, Porto

Noch etwas weiter außerhalb, nämlich im nordöstlichen Vorort Rio Tinto, befindet sich neben dem Einkaufszentrum Parque Nascentre das rein vegane VGood. Es ist Café und Shop zugleich und serviert freitagabends sogar das Regionalgericht Portos: eine vegane Variante der Francesinha. Für alle, die es nicht kennen: Es ist das ungefähr unveganste Gericht, das man sich vorstellen kann. Toastbrot mit Kochschinken, Linguiça-Wurst, Beefsteak oder gebratenem Rindfleisch und Käse überbacken, manchmal noch mit einem Spiegelei getoppt. Also wenn selbst das vegan geht, was dann nicht?

Adresse: Rua da Ranha 378, Rio Tinto

Tagesausflüge von Porto

Porto eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für verschiedene Tagesausflüge in der Região Norte und der Região Centro. So sind Braga und Guimarães nicht einmal 50 Kilometer Luftlinie entfernt und auch eine Fahrt nach Aveiro und Coimbra lohnt sich.

Braga gilt mit ihren vielen Kirchen und Kathedralen als eine der religiösten Städte Portugals und besitzt mit der barocken Treppe Via Sacra zum Bom Jesus do Monte die wahrscheinlich schönste Treppe in Portugal. Sie ist nach Porto die zweitgrößte Stadt Nordportugals.

Guimarães hingegen ist zwar nicht besonders groß was ihre Einwohnerzahl angeht, hat jedoch als Geburtsort und erste Hauptstadt Portugals und „Wiege der Nation“ eine große Bedeutung für das Land. Der Rat der Europäischen Union hat die Stadt zur Kulturhauptstadt Europas 2012 ausgerufen. Ihr historisches Zentrum gehört seit 2001 zum Welterbe der UNESCO.

Die Kanalstadt Aveiro ist zwar etwas weiter von Porto entfernt, aber nicht weniger sehenswert. Das „Venedig Portugals“ bietet neben einer schönen, kompakten Altstadt und kostenlosen Fahrradverleih ein großes veganes Angebot.

Auch die Universitätsstadt Coimbra lässt sich in etwa einer Stunde von Porto per Zug erreichen. Mit der 1290 gegründeten Universität Coimbra beheimatet die Stadt eine der ältesten Universitäten Europas, welche 2013 zum Weltkulturerbe erhoben wurde. Im Jahr 2003 war sie die Kulturhauptstadt Portugals.

Selbst die Hauptstadt Lissabon lässt sich in weniger als drei Stunden per Zug erreichen. Nimmt man beispielsweise den Zug um 9:47 Uhr vom Bahnhof Porto-Campanhã erreicht man Lissabon um 12:30 Uhr und hat so gut sieben Stunden Zeit bis einer der letzten Züge in die entgegengesetzte Richtung um 20 Uhr fährt, um 22:52 Uhr wieder zurück in Porto zu sein.

Ach ja, falls euch jemand sagt, dass es in Portugal keine oder nur teure pflanzliche Milch gäbe (das haben wir nämlich zuvor gelesen und gehört): Dem ist nicht so. Auch hier gibt es – wie inzwischen eigentlich in jedem größeren europäischen Supermarkt – eine riesige Auswahl. Im portugiesischen Supermarkt Continente haben wir sogar die bisher günstigste Sojamilch auf der Europereise gefunden – für 62 Cent pro Liter (im Angebot, sonst 79 Cent).

Noch mehr Portugal

7 Routen für den perfekten Portugal-Roadtrip

Die 30 schönsten Orte in Portugal

Portugal: Infos & Insider-Tipps


 
 

Wie hat dir dieser Beitrag gefallen?

Klick auf einen Stern, um ihn zu bewerten

Durchschnittliche Bewertung: / 5. Stimmenzahl:

Cool, dass dir der Beitrag gefallen hat!

Schau auch mal hier vorbei:

Schade, dass dir der Beitrag nicht gefallen hat 🙁

Lass uns das ändern!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die Nutzung dieses Formulars erkläre ich mich mit der Speicherung und Verarbeitung meiner Daten (Name/E-Mail/Website/IP-Adresse) durch diese Website einverstanden. Diese Website verwendet Cookies, um mir das bestmögliche Erlebnis zu ermöglichen. Weitere Informationen finde ich in der Datenschutzerklärung.