Fortbewegung in Ägypten

Ob per Daumen, Microbus, Fähre, Zug, mit dem Fahrrad, Bus, Taxi, zu Fuß, im Konvoi, Tuk-Tuk, Tram, Metro, per Kreuzfahrtschiff, Feluke oder Flugzeug: Ägypten lässt sich auf sehr viele Arten bereisen und entdecken. Die meisten werden tatsächlich auch von Locals genutzt, nur wenige sind ausschließlich für Touristen gedacht. Daher kann hier oft einiges gespart werden – vorausgesetzt, man lässt sich nicht übers Ohr hauen. Wie ihr das anstellt und warum es sich trotzdem lohnt, so viele verschiedene Transportmittel wie möglich auszuprobieren, erfahrt ihr hier.

Unser Ägypten-Video

Öffentliche Verkehrsmittel

Wie wir euch bereits in unserem Highlights-in-Ägypten-Artikel verraten haben, ist Ägypten sehr günstig und einfach auf eigene Faust zu erkunden. Daher solltet ihr euch diese Möglichkeit, zumindest teilweise in das ägyptische Leben einzutauchen, nicht entgehen lassen! Je nachdem, wo und wie weit ihr reist und welche Ansprüche ihr habt, sind unterschiedliche Fortbewegungsarten gefragt. Die wichtigsten (inklusive Insider-Tipps) stellen wir euch hier vor:

Innerhalb von Städten

Öffentliche Verkehrsmittel in Hurghada
Öffentliche Verkehrsmittel in Hurghada

Zu Fuß

Die meisten Strecken lassen sich tatsächlich zu Fuß bewältigen. Dies kann je nach Ort jedoch ziemlich strapaziös sein. So wird man in Luxor beispielsweise fast ununterbrochen von Straßenverkäufern, Kutschern, Taxifahrern und Felucca-Besitzern nicht nur angesprochen, sondern mehr oder weniger aggressiv belästigt. Da ein – oder auch mehrere – „Nein“ nicht akzeptiert werden, ist Ignorieren leider oft die einzige Lösung.

Bleibt man hingegen bei jedem, der einem etwas anbieten, erzählen oder „nur kurz eine Frage stellen“ will, stehen und lässt sich in ein Gespräch verwickeln, kommt man selbst in mehreren Stunden kaum vom Fleck. Grundsätzlich gilt: je touristischer die Gegend, umso schlimmer wird es mit den Anquatschern und desto ein dickeres Fell sollte man sich anlegen.

Taxi

Das unter Touristen meist verbreitetste Transportmittel ist wohl das Taxi. Auch von den Einheimischen wird es gerne genutzt – und diese werden genauso wie die Touris regelmäßig abgezogen. Taxifahrer sind vermutlich in jedem Land ein nicht gerade beliebtes Völkchen. So schlimm wie in Ägypten haben wir die Situation aber noch nirgends erlebt.

Hier wird betrogen und gelogen, was das Zeug hält. Da all die angewandten Tricks den Rahmen dieses Posts sprengen würden, gibt es diese noch einmal in einem separaten Artikel. Lasst euch dennoch jetzt schon gesagt sein: Handeln ist das A und O! Im Idealfall besteht ihr auf den Einsatz des Taxameters. Die offiziellen Preise erfahrt ihr weiter unten im Artikel.

Microbus

Microbusfahren in Ägypten
Microbus in Gizeh

Das bei Einheimischen beliebte Transportmittel kann auch von Touristen genutzt werden. Die Microbusse (mikrobas ausgesprochen), oft auch Mikro oder Minibus genannt, fahren schließlich fast überall. Dabei handelt es sich um einen Van mit Platz für bis zu 14 Passagiere, wobei hier angemerkt sein sollte, dass in Ägypten grundsätzlich das Konzept von „Personal Space“ (persönlicher Freiraum) nicht existiert. Es kann also eng werden. Möchte man etwas mehr Platz, kann man sich einfach einen zusätzlichen Sitzplatz kaufen.

So sieht's in einem Microbus in Ägypten aus
So sieht’s in einem Microbus in Ägypten aus

Was die ganze Sache etwas schwierig macht, ist die Tatsache, dass die Minibusse sich meist in Privatbesitz befinden und in der Regel nicht markiert sind. Daher gibt es Dutzende verschiedene Handzeichen, die genutzt werden, um das gewünschte Ziel beim Anhalten eines Vans anzugeben. Als Ausländer hilft da nur entweder jedes Mal nachzufragen, ob der Bus in die gewünschte Richtung fährt oder sich von einem Local das entsprechende Handzeichen zeigen zu lassen. Auch wenn ihr euch dabei blöd vorkommt: Es funktioniert tatsächlich!

Auf der festgelegten Route ist es jederzeit möglich, ein- und auszusteigen. Zudem gibt es keinen festgelegten Fahrplan – es wird gewartet, bis das Fahrzeug voll ist, dann kann es losgehen. Das sollte im Normalfall nicht allzu lange dauern, da an den Start- und Endpunkten meist viel los ist. Diese Microbusbahnhöfe befinden sich normalerweise außerhalb von Bus- und Bahnstationen oder an wichtigen Autobahnkreuzungen nahe der Städte. Um dorthin zu kommen, fragt nach maw’if meekrobas. Dort werdet ihr einen Mob von Fahrern vorfinden, die alle wild durcheinander ihr Ziel rufen und versuchen, euch in ihr Fahrzeug zu locken. Schreit einfach euer Ziel zurück und ihr werdet zu einem passenden Microbus gelangen.

Microbusbahnhof in Hurghada
Microbusbahnhof in Hurghada

Linienbus

In größeren Städten wie beispielsweise Kairo oder Alexandria gibt es neben den Microbussen auch reguläre Linienbusse. Diese fahren mitunter mehr als 30 Kilometer von ihrer Start- bis zur Endhaltestellte. Da die Busse nur in arabischen Zahlen (dazu unten mehr) gekennzeichnet und die Fahrpläne nirgends einsehbar sind, ist es nicht immer ganz so einfach herauszufinden, wo genau ein Bus hinfährt.

Daher gibt es zwei Möglichkeiten: Einfach in einen Bus, der in die passende Richtung fährt, einsteigen und die eigene Route per Google Maps verfolgen und aussteigen, sobald der Bus in eine andere als die gewünschte Richtung fährt; oder aber man fragt den Fahrer, ob er in die Richtung des eigenen Ziels fährt, wobei es jedoch recht lange dauern kann, bis man den richtigen Bus erwischt.

Eingestiegen wird grundsätzlich hinten im Bus, wo einem dann auch das Ticket verkauft wird, ausgestiegen wird vorne. Oft ist es möglich, auch zwischen den eigentlichen Haltestellen den Bus zum Anhalten zu bekommen. Obwohl Anhalten vielleicht zu viel versprochen ist, wirklich zum Stehen kommt ein ägyptischer Linienbus selten. Macht euch daher darauf gefasst, in einen im Schritttempo fahrenden Bus hinein- und hinausspringen zu müssen. Und ach ja, es kann sehr eng werden!

Shuttle-Bus

Fahrplan des Senzo-Mall-Shuttle-Bus in Hurghada
Fahrplan des Senzo-Mall-Shuttle-Bus in Hurghada

Speziell in Hurghada gibt es zwischen dem Stadtzentrum (sowohl dem alten als auch dem neuen) und der Senzo-Mall einen Shuttle-Bus, der unterwegs auch an etlichen Hotelresorts im Süden hält. Er fährt täglich zwischen 9 Uhr und Mitternacht alle 30 Minuten. Eine Haltestelle befindet sich wenige Schritte vom Zak Apartments direkt an der Sheraton Road.

Metro

In Kairo gibt es auch eine Metro. Neben der Metro Algier ist sie das einzige voll entwickelte U-Bahn-System Afrikas. Aktuell befinden sich drei Linien in Betrieb, wobei die dritte Metro-Strecke erst auf einem kleinen Teilabschnitt eröffnet ist. Schon der 1973 von der ägyptischen Regierung beschlossene Bauplan sah ein System aus drei Linien vor.

Die erste davon wurde 1987 eröffnet, besitzt heute eine Strecke von etwa 44 Kilometern bzw. 35 Stationen und verbindet die nördlichen Vororte mit dem Zentrum und den südlichen Vororten Kairos. Sie ist die meist genutzte Linie: Derzeit transportiert die Linie 1 etwa 1,4 Millionen Passagiere pro Tag, in Spitzenzeiten wird im 210-Sekunden-Takt gefahren.

Metro Kairo
Metro Kairo

Die erste Metro fährt um 5:15 Uhr morgens, die letzte um 0:30 Uhr nachts. Drei weitere U-Bahn-Linien sind geplant. Ein hervorragend akkurates Bild nicht nur von der Kairoer Metro, sondern auch allgemein vom tobendem Leben in der Großstadt, zeichnet dieser Artikel, erschienen bei Spiegel Online.

Tram

Straßenbahn in Alexandria
Straßenbahn in Alexandria

Die beiden größten Städte Ägyptens, Kairo und Alexandria, verfügen außerdem über eine Straßenbahn. Während die Hauptstadt nur noch 9 Linien betreibt, besitzt die seit 1863 in Betrieb stehende und damit älteste Straßenbahn Afrikas in Alexandria noch ein ziemlich ausgedehntes Netzwerk. Wie weltweit nur noch in lediglich zwei anderen Städten, gibt es in der mediterranen Hafenstadt sogar noch Doppelstocktrams.

Das Straßenbahnnetz mit einer Gesamtlänge von 32 Kilometern besteht aus zwei Teilnetzen, die sich bei der Station Ramleh (محطة الرمل) überschneiden. In englischer Sprache werden sie oft als „Ramleh line“ und „City line“ bezeichnet, obwohl sie fahrplanmäßig jeweils aus mehreren Linien bestehen. Innerhalb der Stadt haben wir jedoch die Erfahrung gemacht, dass man zu Fuß schneller unterwegs ist, da die Tram zusammen mit den Autos im Stau stecken bleibt.

Tuk-Tuk

Die kleinen, dreirädrigen Fahrzeuge sind vor allem in südostasiatischen Ländern wie Thailand verbreitet, es gibt sie jedoch auch in Ägypten. Als motorisierte Variante der Fahrradrikscha werden sie auch Autorikscha, Motorikscha oder Trishaw genannt. Besonders in kleineren Städten wie El Gouna oder auch in Theben-West sind sie als günstigere und wendigere Alternative zu Taxis beliebt. Verhandelt unbedingt den Preis, bevor ihr einsteigt!

Trampen

Trampen in Ägypten
Trampen in Ägypten

Ja, ihr habt richtig gelesen: In einem Land, in dem es immer wieder zu Entführungen und Terroranschlägen kommt, sind wir tatsächlich auch per Autostopp gereist. Aus der Not heraus auf die Fortbewegungsweise gestoßen, stellten wir schnell fest, dass dies die mit Abstand unkomplizierteste und entspannteste Art ist, um in Ägypten von A nach B zu kommen, ohne ewig langes Verhandeln und Diskutieren. Vor allem in Gebieten, in denen es kaum öffentliche Verkehrsmittel gibt, wie zum Beispiel in Marsa Alam oder Abu Mena, ist das Per-Anhalter-Fahren die einzige Alternative zu Taxis (wenn man dort überhaupt welche findet).

Waren wir zuvor oft von der aggressiven, aufdringlichen und unehrlichen Art der Ägypter genervt, fingen wir nun endlich an, auch mal sympathische Leute zu treffen. Dabei haben wir uns nie unwohl, geschweige denn bedroht gefühlt. Auch wenn es oft zunächst abgelehnt wurde, gaben wir beim Aussteigen stets einen kleinen Schein, der für uns nur einige Cent, für die Einheimischen jedoch eine große Hilfe bedeutete.

Beachtet aber auch hier die üblichen Vorsichtsmaßnahmen beim Trampen: Reist möglichst nicht allein und nur bei Tageslicht; steigt nur ein, wenn ihr euch auch wirklich wohl dabei fühlt; steigt sofort aus, sobald ihr es nicht mehr tut; habt ein eingeschaltetes Handy dabei und informiert euch über die lokalen Notrufnummern (für Ägypten ist es die 112 für Polizei, 180 für Feuerwehr, 123 für Unfallrettung und +20 227282000 für die deutsche Botschaft); verfolgt ggf. eure Route per GPS auf Google Maps; habt genug Bargeld dabei, sodass ihr im Notfall auch anders weiterkommen würdet; informiert eine Vertrauensperson über euren Plan, im Idealfall auch über Kennzeichen und Fahrtziel; und vor allem: Hört auf euer Bauchgefühl! 🙂

Zwischen den Städten

Bus

Busfahren in Ägypten
Busfahren in Ägypten

So gut wie alle Städte werden von dem Busunternehmen Go Bus miteinander verbunden. Für viele Fernstrecken jenseits des Niltals ist dies die beste und manchmal einzige Option. Die Busse sind jedoch nicht unbedingt schnell, Verspätungen sind der Normalfall. In und um Kairo benötigen die Busse mindestens eine Stunde allein für den Stadtverkehr.

Es empfiehlt sich, Busfahrkarten im Voraus zu buchen, insbesondere für Kairo-Sinai-Strecken und Fahrten in die westliche Wüste, wohin die Busse seltener fahren. Behaltet euer Ticket, bis ihr aussteigt, da die Kontrolleure fast immer erst während der Fahrt kontrollieren. Wegen der häufigen Militärkontrollstellen und stichprobenartigen Identitätskontrollen solltet ihr außerdem immer euren Reisepass mit euch führen.

Go Bus in Ägypten
Go Bus

„Deluxe“-Busse mit Klimaanlage verbinden die wichtigsten Ziele im ganzen Land. Einige Busse auf langen Strecken haben Toiletten, auch wenn diese selten sauber sind. Auf längeren Strecken ist ein Stopp von 15 bis 20 Minuten alle drei Stunden die Regel. Meist werden Filme gezeigt und das nicht selten in höchster Lautstärke – Ohrstöpsel sind daher eine gute Idee. Auch eine Decke bzw. warme Kleidung ist empfehlenswert, da die Nachtbusse oft sehr kalt durch die Klimaanlage sein können.

Auf langen Strecken die billigeren Busse sowie die meisten Busse auf kürzeren Strecken, können deutlich unangenehmer, überlaufener und lauter sein als die Luxus-Fernbusse und halten sehr häufig an. Für Ausflüge unter zwei Stunden sind Microbusse, Linienbusse oder Taxis in der Regel vorzuziehen.

"Deluxe"-Bus in Ägypten
Blue Bus

Während Go Bus ein wachsendes Streckennetz im Norden Ägyptens, entlang der Küste des Roten Meeres, nach Sharm El Sheikh und Dahab sowie zwischen Luxor und Hurghada betreibt, bedient das Unternehmen Blue Bus lediglich Strecken von Kairo nach Hurghada, Alexandria, Sharm El Sheikh Dahab und Luxor. Besonders sind hier die First-Class-Sitze, welche über sehr viel Beinfreiheit, ein Entertainment-System sowie USB-Ports verfügen.

First-Class-Sitze von Blue Bus in Ägypten
First-Class-Sitze von Blue Bus

Der für europäische Verhältnisse günstige Ticketpreis beinhaltet zudem Snacks und Getränke. Außerdem ist in allen Blue-Bus-Bussen kostenloses Wlan vorhanden. Wenn ihr also relativ bequem von Hurghada nach Kairo reisen wollt, lohnt sich der Aufpreis gegenüber günstigeren Bussen!

Zug

Zugfahren in Ägypten
Zugfahren in Ägypten

Ägyptens von den Briten gegründetes Eisenbahnsystem umfasst mehr als 5000 Kilometer Strecke, die fast alle größeren Städte im Niltal miteinander verbindet. Die Zugtickets sind sehr günstig, das Preis-Leistungs-Verhältnis ist in allen Klassen gut. Allerdings haben die Züge oft Verspätungen von mehreren Stunden und da sie nicht besonders häufig fahren, weiß man nie so genau, wann man eigentlich ankommt. Dafür sind sie insbesondere im Großraum Kairo schneller als Busse, weil sie nicht im Verkehr stecken bleiben.

Wir sind in allen drei Klassen mindestens einmal gefahren und fanden sie – in Betracht des Preises – vollkommen in Ordnung. Natürlich ist die erste Klasse bequemer und kühler (Klimaanlage) als die zweite und dritte, oft bezahlt man dafür aber auch das Doppelte.

In der dritten Klasse geht es allerdings ähnlich wie auf der Straße zu: Es ist voll, warm, eng und man bekommt jeden möglichen Ramsch von Verkäufern auf den Schoß geworfen in der Hoffnung, man würde es kaufen und behalten. Zudem sind Touristen in dieser Klasse eine Seltenheit, was einen möglicherweise zur Hauptattraktion der Bahnfahrt macht.

In manchen Bahnhöfen kam es vor, dass wir von der Polizei zum Ticketschalter begleitet wurden und uns bevormundend ein Erste-Klasse-Ticket „bestellt“ wurde, da angeblich nur diese bewacht sei.

Bahnhof in Luxor
Bahnhof in Luxor

Die normalen Schlafwagen sind leider nicht für Nicht-Einheimische buchbar. Dafür gibt es einen Extra-Anbieter, der ein Vielfaches dafür verlangt (80 USD, wenn wir uns richtig erinnern). Da lohnt es sich oft, die geplante Route auf mehrere Tage verteilt zu stückeln und tagsüber zu fahren.

Trampen

Wie schon erwähnt, ist es ziemlich einfach, in Ägypten einen Lift zu bekommen. Am schnellsten geht es, wenn es nur eine Hauptstraße gibt und somit die Richtung schon unausgesprochen klar ist. Gerade für weitere Strecken ist es umso wichtiger, die oben genannten Vorsichtsmaßnahmen zu berücksichtigen.

Kreuzfahrtschiff

Rechts im Bild sind Kreuzfahrtschiffe auf dem Nil zu erkennen
Rechts im Bild sind Kreuzfahrtschiffe auf dem Nil zu erkennen

Zwischen Luxor und Assuan besteht zudem die Möglichkeit, per Kreuzfahrtschiff auf dem Nil zu reisen. Da wir aber grundsätzlich nicht so die Fans von rein touristischen Angelegenheiten im Allgemeinen und Kreuzfahrtschiffen im Speziellen sind, haben wir diese Fortbewegungsart nicht selbst ausprobiert.

Besondere Situationen

Konvoi

Endlose Wüste
Endlose Wüste

Um nach Abu Simbel zu den beeindruckenden Felsentempeln zu gelangen, gibt es – abgesehen vom Flugzeug – keine legale Alternative zum Konvoi. Dieser startet jeden Tag zwischen drei und vier Uhr nachts von Assuan. Bis alle Fahrzeuge eingereiht sind und es dann schließlich losgehen kann, vergehen schon mal einige Stunden zusätzlich zur etwa vierstündigen Fahrt durch die Wüste (pro Strecke). Nehmt also genug Wasser und Essen mit.

Wegen der oft sehr starken Klimaanlage empfiehlt sich trotz der eventuell hohen Außentemperaturen warme Kleidung, eine Decke und ein Kissen, sodass ihr im Bus etwas Schlaf nachholen könnt. Tickets erhaltet ihr von verschiedenen Verkäufern in Assuan, wie immer in Ägypten: Handeln nicht vergessen!

(National-)Fähre

Nationalfähre in Luxor, Ägypten
Nationalfähre in Luxor

Um in Luxor bzw. Theben-West zu dem jeweils anderen Nilufer zu kommen, nutzt ihr am besten die National Ferry, welche lediglich 1 Ägyptischen Pfund (ca. 5 Cent) pro Person und Strecke kostet. Es gibt keinen festgelegten Fahrplan: Fähren fahren ab, wenn sie voll sind oder eine angemessene Zeitspanne verstrichen ist.

Auch in Assuan benötigt ihr ein Boot, um die Elephantine Island im Nil zu erreichen. Eine „Fähre“ (Bötchen mit Platz für etwa 20 Personen) bringt euch für ebenfalls je 1 Pfund hin und zurück.

Feluke

Feluken oder Feluccas auf dem Nil bei Luxor
Feluken oder Feluccas auf dem Nil bei Luxor

Die deutlich teurere Alternative, um zur Elephantine Island zu gelangen ist, ist per Feluke (auf arabisch Felucca ausgesprochen). Dabei handelt es sich um ein kleines Segelboot mit zwei Masten und einem dreieckigen Segel. Vor allem in Assuan und Luxor entlang des Nils versuchen Feluke-Besitzer sehr vehement, Rundfahrten zu verkaufen.

Dafür ist vielen keine Notlüge zu schade, zum Beispiel, dass die Nationalfähre heute nicht fahren würde, sie zu langsam, gerade gefahren oder genauso teuer sei, etc. Die meisten lassen sich erst nach mehreren Metern des Weitergehens und fast schon aggressiver Ablehnung abschütteln. Alleine aus diesen Gründen würde wir dieses Verhalten niemals mit einem Erfolg krönen.

Feluken (links) vor der Nationalfähre (rechts)
Feluken (links) vor der Nationalfähre (rechts)

Wenn ihr aber trotzdem Feluke fahren möchtet, seid euch bewusst, dass es momentan deutlich mehr Angebot als Nachfrage gibt. Das heißt, dass ihr in einer sehr gute Verhandlungsposition seid. Geht lieber erstmal weiter zum nächsten Anbieter, der angebotene Preis wird dabei rapide fallen. Das günstigste Angebot, was wir ohne zu fragen bekommen haben, lag bei 5 Pfund, also 25 Cent. Bevor ihr auf das Boot steigt, lasst euch noch einmal die Dauer und ungefähre Route des Trips bestätigen.

Flugzeug

In Hurghada gibt es etliche Reiseveranstalter, die einen Tagestrip nach Kairo per Flugzeug anbieten. Davon und von Inlandsflügen allgemein raten wir ab. Einerseits natürlich der Umwelt zuliebe, aber auch euch! Falls ihr genug Zeit übrig habt, ist es sicherlich um einiges entspannter per Bus oder Zug zu reisen. Rechnet ihr die An- und Abreise zum und vom Flughafen, sowie die Wartezeit mit ein, kommt ihr dabei nicht auf viel Zeitersparnis und für das Geld könnt ihr euch locker auch ein Erste-Klasse-Ticket im Zug bzw. einen Deluxe-Bus leisten. So könnt ihr flexibel so lange bleiben wir ihr wollt und die Hauptstadt auf eigene Faust erkunden.

Ein bisschen anders ist es bei Abu Simbel. Dorthin kommt ihr nämlich nicht so leicht, sondern nur im Konvoi oder Flugzeug. Wollt ihr jedoch mehr als ein paar Stunden dort verbringen und in einem der wenigen Hotels übernachten, müsstet ihr euch zwei One-Way-Tickets an unterschiedlichen Tagen für den Konvoi besorgen. Ob und wie das geht, wissen wir leider nicht. Von den illegalen privaten Taxifahrten raten wir ab, da es sein kann, dass ihr an den Kontrollstellen nicht vorbeikommt.

Fahrrad

Fahrradfahren in Ägypten
Fahrradfahren in Ägypten

In Theben-West, dem westlichen Nilufer gegenüber von Luxor, kann man sich an vielen Stellen Fahrräder leihen. Der ruhige, dörfliche Charakter auf dieser Seite des Nils (also das exakte Gegenteil von Luxor) macht Radfahren hier nicht nur möglich, sondern auch sehr entspannt und idyllisch. So lassen sich Top-Sehenswürdigkeiten wie die Memnonkolosse, der Totentempel der Hatschepsut, das Tal der Könige und die altägyptischen Tempelruinen erreichen. Denkt an genügend Wasser, Proviant und Sonnenschutz, meidet die Mittagssonne!
Hier kommt ihr zu unserer Route, den Fahrpreisen sowie unseren persönlichen Tipps, wie ihr euch vor Betrügern schützt.
 

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