Pico del Teide: Auf dem höchsten Gipfel Spaniens

Er ragt weit über die Wolkendecke hinaus: der Vulkan Pico del Teide auf Teneriffa. Mit einer Gipfelhöhe von 3718 Metern über dem Meeresspiegel ist er der höchste Berg auf spanischem Staatsgebiet. Außerdem ist er Namensgeber des größten und ältesten Schutzgebiet dieser Art auf den Kanarischen Inseln: Der Parque Nacional del Teide oder Teide-Nationalpark wurde 1954 errichtet und 2007 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt. Wir waren ganz oben auf dem Teide und berichten euch, was es dabei zu beachten gibt.

Der Teide von der Nationalstraße TF-21 aus, die Spitze des Vulkans lässt sich kaum sehen
Der Teide von der Nationalstraße TF-21 aus, die Spitze des Vulkans lässt sich kaum sehen

Entstehung & Legende

Es wird vermutet, dass der Vulkan, der hier einst in die Höhe ragte, viel größer war als der Teide, der sich heute in der Mitte der Caldera erhebt. Nach dem wahrscheinlich mehrphasigen Zusammenbruch des ehemaligen Vulkans bildeten sich im Laufe der Zeit an derselben Stelle neue Vulkane, darunter neben dem Pico del Teide der Pico Viejo und der Montaña Blanca. Der Pico-Viejo-Teide-Komplex ist ein Schichtvulkan, der sich durch die Anhäufung von Material aufeinanderfolgender Eruptionen bildete.

Panoramablick über den Vulkankessel Caldera de las Cañadas del Teide bis hin zum Teide
Panoramablick über den Vulkankessel Caldera de las Cañadas del Teide bis hin zum Teide

Vom Grund des Ozeans misst der Teide heute 7500 Meter und ist damit nach den beiden hawaiianischen Vulkanen Mauna Ioa und Mauna Kea die dritthöchste und eine der größten Vulkanstrukturen der Welt. Kein Wunder, dass die meist schneebedeckte Spitze des Wahrzeichen Teneriffas bis zu den Nachbarinseln sichtbar ist. Seinen Namen erhielt der Vulkan übrigens von den Guanchen: Die Ureinwohner Teneriffas bezeichneten mit dem Begriff „Echeide“ den Berg, der als der Ort gesehen wurde, der die Kräfte des Bösen beherbergt, hauptsächlich die bösartige Figur von Guayota.

Dennoch war der Teide für die Guanchen ein heiliger Berg. Der Legende nach entführte Guayota, der Teufel, Magec, den Gott des Lichts und der Sonne, sperrte ihn in den Vulkan ein und stürzte die Welt in die Dunkelheit. Die Guanchen baten ihren Obergott Achamán um Gnade, und so bekämpfte Achamán Guayota, befreite Magec von den Eingeweiden des Berges und stopfte den Krater mit Guayota. Man sagt, dass Guayota seitdem im Teide eingesperrt ist. Bei einem Ausbruch nach Teide war es üblich, dass die Guanchen Feuer anzündeten, um Guayota zu erschrecken. Guayota wird oft als schwarzer Hund dargestellt, begleitet von seinem Schwarm Dämonen, den Tibicenas.

Option 1: Wanderung nach oben

Bis nach ganz oben: Der Sendero 7 führt vom Montaña Blanca zum Pico del Teide, dem höchsten Gipfel Spaniens
Bis nach ganz oben: Der Sendero 7 führt vom Montaña Blanca zum Pico del Teide, dem höchsten Gipfel Spaniens

Genug zur Geschichte und Mythologie, kommen wir nun endlich zu der Route, die uns ganz nach oben führt. Für die als „schwer“ gekennzeichnete 9,5 Kilometer weite Strecke vom Parkplatz des Montaña Blanca bis zum Gipfel des Teide benötigten wir knapp 5 Stunden. Der gesamte Weg bietet beeindruckende Blicke über den Nationalpark und weite Teile der Insel bis zu den Nachbarinseln. Für den anspruchsvollsten aller 41 offiziellen Wanderrouten im Teide-Nationalpark ist neben einer guten Ausstattung auch eine gute Kondition eine wichtige Grundlage.

Die letzten 600 Meter bzw. 170 Höhenmeter zum Gipfel des Teides: Hierfür benötigt man eigentlich eine Genehmigung
Die letzten 600 Meter bzw. 170 Höhenmeter zum Gipfel des Teides: Hierfür benötigt man eigentlich eine Genehmigung

Bezüglich des Aufstiegs zur Spitze des Vulkans lässt sich auf Wikipedia nachlesen:

„Für die Besteigung des Gipfels ist eine Genehmigung erforderlich, die man im Internet oder im Büro der Nationalparkverwaltung in Santa Cruz de Tenerife erhält. Die Erlaubnis mit einem Zeitfenster von zwei Stunden wird kostenlos erteilt, falls die Bedingungen auf dem Gipfel eine Besteigung erlauben und das Kontingent für den entsprechenden Zeitraum noch nicht erschöpft ist. Keine Genehmigung benötigt, wer im Refugio de Altavista auf 3270 Metern Höhe übernachtet (Anmeldung erforderlich) und den Gipfel vor neun Uhr besteigt.“

Die Berghütte Refugio de Altavista auf 3260 Metern Höhe
Die Berghütte Refugio de Altavista auf 3260 Metern Höhe

Sehr populär ist daher der Aufstieg in den frühen Morgenstunden, sodass man etwa bei Sonnenaufgang – auf jeden Fall aber vor 9 Uhr – am Gipfel ankommt. So hat man den Ausblick einerseits nachts (geilster Sternenhimmel ever), aber auch bei Tag. Die meisten fahren dann mit der ersten Seilbahn zwischen 8 und 9 Uhr wieder runter. Wir sind die komplette Strecke bis zum Parkplatz wieder heruntergewandert, hätten jedoch zuvor nicht gedacht, dass man durch die hohe Steigung und Rutschgefahr noch einmal fast genauso lange wie für den Hinweg benötigt.

Auf dem höchsten Gipfel Spaniens kurz vor Sonnenaufgang: Hier kann es schon mal voll werden
Auf dem höchsten Gipfel Spaniens kurz vor Sonnenaufgang: Hier kann es schon mal voll werden

Wir starten wie gesagt am Montaña-Blanca-Parkplatz auf etwa 2350 Höhenmetern. Bis nach ganz oben zum Gipfel sind also fast 1400 Höhenmeter zurückzulegen. Hier begegnet ihr zunächst einigen Hinweisschildern bevor der Weg entlang der Lavaflüsse in Kurven bergauf führt. Noch bevor ihr zum dritthöchsten Vulkan Teneriffas Montaña Blanca kommt, stoßt ihr auf die Huevos del Teide, die „Eier des Teide“. Die Lavakugeln mit einem Durchmesser von bis zu fünf Metern haben sich wahrscheinlich aus der flüssigen Lava gelöst und beim Abrollen in Kugeln geformt.

Der zunächst entspannte Anfang des Sendero 7 zum Pico del Teide mit den Huevos del Teide
Der zunächst entspannte Anfang des Sendero 7 zum Pico del Teide mit den Huevos del Teide

An der Weggabelung am Fuße des Teide folgt ihr dem steilen Weg zur Berghütte Refugio Altavista. Ein gutes Stück weiter könnt ihr vom Sendero 7 kurz auf den Sendero 11 zum Aussichtspunkt Mirador de La Fortaleza wechseln, welcher nur einen Mini-Abstecher von weniger als 100 Metern entfernt ist. Etwa ab dort ist der Weg grob mit Lavagestein gepflastert und führt zur Bergstation der Teide-Seilbahn und dem Aussichtspunkt Mirador de Rambleta. Hier endet der Sendero 7 und geht in den Sendero 10 über, welcher über einen schmalen Pfad steil bergauf zum Gipfel des Pico del Teide führt.

Sendero 11 zum Aussichtspunkt Mirador de La Fortaleza, nur ein kurzer Umweg auf dem Weg nach ganz oben
Sendero 11 zum Aussichtspunkt Mirador de La Fortaleza, nur ein kurzer Umweg auf dem Weg nach ganz oben

Für diese letzten 600 Meter bzw. 170 Höhenmeter benötigten wir etwa 20 bis 30 Minuten. Und genau für diesen letzten Abschnitt bräuchte man eigentlich eine Genehmigung, es sei denn man ist vor 9 Uhr an der Absperrung. Oben angekommen, konnten wir den Übergang von Nacht zu Tag und den Sonnenaufgang betrachten, bevor wir uns wieder an den Abstieg machten. Die dort vorherrschende Kälte lässt sich übrigens gut an den Öffnungen nahe des Kraters aushalten, aus denen warmer Schwefel und andere vulkanische Gasaushauchungen, auch Fumarolen genannt, austreten. An schönen Tagen bieten sich traumhafte Panoramablicke über Teneriffa und die Nachbarinseln.

Übergang von Nacht zu Tag: links Sonnenaufgang, rechts der Mond
Übergang von Nacht zu Tag: links Sonnenaufgang, rechts der Mond

Option 2: Teide-Seilbahn

Teide Seilbahn
Teide Seilbahn

Alternativ gelangt man auch per Seilbahn auf den beeindruckenden Gipfel. Die Teide-Seilbahn ist von 09:00 bis 16:00 Uhr geöffnet, wobei die letzte Auffahrt um 16:00 Uhr und die letzte Abfahrt um 16:50 Uhr erfolgt. Die Preise haben es allerdings in sich: Nicht ortsansässige Erwachsene zahlen für beide Strecken 27 Euro, Kinder die Hälfte. Das Einwegticket für Erwachsene kostet ebenfalls 13,50 Euro. By the way: In der Basisstation Teleférico del Teide gibt es in der Cafeteria ein vegan deklariertes Tofu-Baguette, sowie pflanzliche Milch für Getränke.

Tofu-Baguette in der Cafeteria der Teide-Seilbahn
Tofu-Baguette in der Cafeteria der Teide-Seilbahn

Der Vulkan Teide gilt übrigens als nicht erloschen. Aus dem Inneren des Berges steigen an verschiedenen Stellen schwefelhaltige Dämpfe hervor. Ein Ausbruch in naher Zukunft ist jedoch laut Geologen nicht zu erwarten. Und falls doch: Der Vulkan wird heute mittels empfindlicher ferngesteuerter Sensoren überwacht. Ihr möchtet mehr über Teneriffa wissen? Hier kommt ihr zu unserem ersten Teneriffa-Artikel und unserem Video von Teneriffa. Und hier findet ihr weitere Wanderrouten auf Teneriffa:

Wandern auf Teneriffa: Die 5 schönsten Routen

Yay, wir habens geschafft! Warme Kleidung hat Vorrang gegenüber einem modischen Auftreten ;)
Yay, wir habens geschafft! Warme Kleidung hat Vorrang gegenüber einem modischen Auftreten 😉

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