San Sebastián: Endlich in Spanien!

Ob nun San Sebastián auf Spanisch oder Donostia auf Baskisch – wunderschön ist die Europäische Kulturhauptstadt 2016 allemal. Und vor allem surfer- und hundefreundlich. Ein gutes Sommerziel?

Zu unserem San-Sebastián-Video

Fahrrad in Donostia-San Sebastián
…fahrradfreundlich sogar auch!

Nach unserem spontanen Aufbruch aus Bayonne fuhren wir frisch geduscht und mit frisch bezogenem Bett (in der Wärme hatte sich unsere Margarine verselbstständigt und sehr zu unseren Ungunsten in unserem Bettchen breit gemacht) über die spanische Grenze und mussten zuerst einmal tanken. Was aber gar nicht so schlecht war, schließlich ist Benzin in Spanien deutlich günstiger als in Frankreich! So bezahlten wir lediglich 1,10 € pro Liter bei easygas (eine der günstigsten Tankstellen überhaupt). Da lässt sich also einiges sparen. 😉

Da wir Hunger hatten, suchten wir nach einem noch geöffneten Supermarkt und fanden diesen im riesigen Shoppingcenter Garbera etwas östlich von San Sebastián. Dort fanden wir unzählige Sorten günstiger pflanzlicher Milch und sehr leckere, scharf gewürzte Guacamole. Das Einkaufszentrum hatte nicht nur ewig lange geöffnet, sondern auch kostenloses Wlan und außerdem Sofas mit Steckdosen und USB-Anschlüssen. Zudem konnten wir endlich wieder alles um uns herum verstehen und uns vernünftig verständigen. Wir waren wirklich froh, in Spanien angekommen zu sein!

Spaß im Centro Comercial Garbera
Videospiel im Centro Comercial Garbera

Eines können wir über das Baskenland schon mal mit Sicherheit sagen: Es ist sehr bergig. So hatten wir von unserem Schlafplatz aus auch einen sehr schönen Ausblick über die Stadt. Nachdem wir im Shoppingcenter-Wlan einige Videos hochgeladen, gefrühstückt und reichlich gechillt hatten, machten wir uns mit den Fahrrädern auf zum Kafe Botanika. Dabei fuhren wir am Fluss Urumea entlang und wurden positiv von breiten Fahrradwegen – in Spanien eine Seltenheit – überrascht.

Puente de María Cristina über den Urumea
Puente de María Cristina

Das Kafe Botanika ist an der Brücke Puente de María Cristina und in unmittelbarer Nähe zur Kathedrale Buen Pastor gelegen. Durch ein Tor gelangt man in den bunten und wundervoll eingerichteten Garten.

Mit einem frisch gepressten Wassermelonensaft, einem wunderschön angerichteten Frühlingssalat und Hummus mit Fladenbrot starteten wir diesen sowohl geschmacklichen als auch optischen Genuss (beautifood wäre wohl das richtige Wort hierfür). Weiter ging es dann mit einem Pilzcurry, bevor ein saftig-fruchtiges Stück Kuchen mit Kiwisoße und eine Tasse café con leche de soja den Abschluss bildeten. Wir waren sowohl vom Essen als auch vom Ambiente sowie dem freundlichen Personal absolut begeistert und würden jederzeit wiederkommen!

Danach drehten wir nur noch eine kleine Runde beginnend bei der Kathedrale, entlang der Promenade des Stadtstrandes Playa de La Concha zum Palacio de Miramar (ehemalige Sommerresidenz der Königin Maria Christina), von dem man eine wunderschöne Sicht über die Bahía de La Concha hat.

Da es ziemlich bewölkt und windig war, fuhren wir zurück zum Shoppingcenter, um am nächsten Tag dort weiter zu machen, wo wir aufgehört hatten. Wir parkten in der Nähe des Gipuzkoa Plazas, radelten erneut zum Playa de La Concha und spazierten dort barfuß durch das kühle Meer. Der Strand wurde von auffällig vielen Hunden frequentiert, die hier anscheinend mehr als willkommen sind. Kein schlechtes Ziel also für Strand- und Hundeliebhaber*innen!

Dann schnappten wir uns wieder unsere Räder und fuhren zum Skulpturen-Ensemble Peine del Viento (spanisch für „Windkamm“), eines der bekanntesten Werke von Eduardo Chillida. Die drei jeweils zehn Tonnen schweren Stahlskulpturen sind in Felsen über dem Wasser eingelassen und werden von so mancher Welle umspült.

Danach erklimmten wir den Monte Igueldo. An der Bergspitze wird ein Eintrittsgeld für das darauf thronende Hotel mitsamt einem wohl eher weniger schönen Freizeitpark verlangt. Dieses haben wir uns gespart, da man auch schon auf dem Weg hinauf eine sehr schöne Aussicht auf die Bucht La Concha und San Sebastián hat. Möchte man den Berg nicht zu Fuß besteigen, gibt es zwei Alternativen: eine historische Standseilbahn oder die Buslinie 16.

Den Eingang in die Altstadt von San Sebastián bildet das Rathaus, welches 1897 als Casino eröffnete wurde und seit 1947 seiner heutigen Funktion dient. Durch die engen Gassen und die Menschenmassen suchten wir unseren Weg zum zentralen Plaza de la Constitución mit dem alten Rathaus. Nachdem wir uns auch die beiden Kirchen Santa Maria und San Vicente angeschaut hatten, gingen wir zum Museum San Telmo, welches wir aber auch lediglich von außen betrachteten.

Da uns ein Hüngerchen plagte und die „normalen“ Supermärkte hier wie in Deutschland sonntags geschlossen haben, gingen wir zum eher kleinen „super“mercado Baratze, welcher fast schon einem Unverpackt-Laden glich. Wir kauften eingelegte weiße Bohnen und Gemüse und verspeisten diese zusammen mit Tomatensoße im Auto.

Danach statten wir nur noch kurz dem Playa la Zurriola, dem Surferstrand der Stadt, einen Besuch ab. Den wohl recht anstrengenden Aufstieg zum Monte Urgull mit der 12,5 Meter hohen Christus-Statue haben wir uns erspart, da die Aussicht vom Monte Igueldo sowieso viel schöner sein soll. Damit war unser Aufenthalt in der Kulturhauptstadt Europas von 2006 auch schon beendet, da wir uns nun auf den Weg nach Bilbao begaben.

San Sebastián hat uns wirklich sehr gut gefallen und wir waren von dem breiten Stadtstrand mit seinem glasklarem Wasser und dessen Hundefreundlichkeit positiv überrascht. Außerdem gefiel uns, dass es überall in der Stadt Fahrradwege gibt und man so die Stadt auch gut per Rad erkunden kann, ohne sich ins spanische Verkehrschaos auf der Straße begeben zu müssen.

Wer jetzt denkt, ein noch eher unbekanntes Sommerziel gefunden zu haben, ist allerdings zu spät: Um solche Situationen zu vermeiden, sollte man wohl lieber in der Nebensaison hierhin reisen. Dafür wird einen San Sebastián im Frühling oder Herbst aber definitiv bezaubern!

Mehr Impressionen:

Am Palacio de Miramar

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