Tagesausflug nach Valencia: Sightseeing & Essen

An sich lässt sich Valencia an ein bis zwei Tagen bestens erkunden. Dabei sollte jedoch sowohl die Route als auch die Verkehrsmittel sinnvoll gewählt werden. Hier erfahrt ihr unsere selbst ausgearbeitete Sightseeing-Tour, welche sich für uns als ideal bewiesen hat. Zwischen all den Sehenswürdigkeiten bekommt ihr außerdem Tipps, wo und was ihr essen könnt. Viel Spaß!

Route & Infos


Unsere Route teilt sich auf in zwei Etappen. Die erste führt durch die Altstadt Valencias am Vormittag. Diese rund 3 Kilometer lassen sich bequem zu Fuß zurücklegen und nehmen auf dem Weg Spots zum Frühstücken und Mittagessen mit. Plant dafür insgesamt etwa 4 bis 5 Stunden ein.

Nach der Mittagspause am Strand geht es am Nachmittag über die Ciutat de les Arts i les Ciències durch den Jardín del Turia bis zum Mercado de Colón. Für den Weg allein braucht ihr zu Fuß etwa 1,5 Stunden, weshalb wir euch empfehlen, für diese Strecke ein Fahrrad auszuleihen. Die Wege in Valencia sind sehr radfreundlich und somit benötigt ihr für die 8 Kilometer nur eine halbe Stunde.

Jardín del Turia in Valencia: Parkanlage in trockengelegtem Flussbett
Jardín del Turia in Valencia: Parkanlage in trockengelegtem Flussbett

Vormittag: Valencias Altstadt

Figuren während der Fallas in Valencia
Figuren während der Fallas in Valencia

Estació del Nord

Wenn ihr für einen Tagesausflug nach Valencia fahrt, kommt ihr wahrscheinlich am Hauptbahnhof Estació del Nord an. Dieser ist auch gleich die erste Sehenswürdigkeit. Der heutige 10 Bahnsteiggleise beherbergende Kopfbahnhof wurde im Jahr 1917 eröffnet und löste das vorherige Bahnhofsgebäude von 1851 ab. Er grenzt unmittelbar an das südlich Ende der Innenstadt von Valencia und bietet sich deshalb hervorragend als Ausgangspunkt an.

Ayuntamiento de Valencia

Nach nur wenigen Minuten zu Fuß erreicht ihr geradezu das Rathaus Ayuntamiento de Valencia. Jeden Vormittag außer sonntags kann der Balkon des beeindruckenden Gebäudes kostenlos betreten werden, wodurch sich ein fabelhafter Blick über den gesamten Rathausplatz bietet.

Mercat Central

Mercat Central in der Altstadt von Valencia
Mercat Central in der Altstadt von Valencia

Weiter geht es zur Markthalle des Mercat Central, welcher sich etwa 500 Meter nordwestlich vom Rathaus befindet. Schon im Jahr 1839 wurde der Ort genutzt, um einen Markt unter freiem Himmel namens Mercat Nou zu eröffnen. Die heutige Markthalle, welche sich über mehr als 8000 Quadratmeter erstreckt und damit eine der größten Europas ist, basiert auf den Entwürfen von Alejandro Soler March und Francisco Guàrdia Vial.

Die Bauarbeiten des überwiegend im valencianischen Jugendstil (modernisme valencià) gestalteten Werks begannen 1914 und wurden erst 1928 vom valencianischen Architekten Enrique Viedma Vidal vollständig abgeschlossen. Die meisten Anbieter verkaufen Lebensmittel wie frisches Obst und Gemüse, es befinden sich aber auch Souvenirläden und Restaurants in dem Markt. Es ist gleichermaßen ein beliebter Ort für Touristen wie Einheimische.

Llotja de la Seda

Llotja de la Seda in Valencia
Llotja de la Seda in Valencia

Schräg gegenüber des Mercat Central findet sich direkt das nächste Highlight: das Gebäude der Llotja de la Seda, welche 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde und aus einem bereits 1469 gegründeten Ölmarkt hervorging. Der Entwurf des von 1483 bis 1533 fertiggestellten Werkes stammt von einem ähnlichen Gebäude in Palma de Mallorca. Von dort an diente es als Seidenbörse, daher der heutige Name.

Der über 2000 Quadratmeter große Komplex besteht aus einem mit Zinnen versehenen Turm, einer Vertragshalle, einem mit Orangenbäumen bewachsenen Innenhof sowie einem Säulensaal und gilt heute als eines der bedeutendsten Gebäude der profanen Gotik in Europa. Insider-Tipp: An Sonntagen und Feiertagen ist der Eintritt gratis!

Torres de Quart & Torres dels Serrans

Torres dels Serrans in Valencia
Torres dels Serrans in Valencia

Das nächste Ziel sind die Torres de Quart. Die beiden halbzylindrischen Türme markieren den westlichen Rand der Altstadt und sind eines der beiden befestigten Tore der mittelalterlichen Stadtmauer von Valencia, die noch erhalten sind. Das andere der ursprünglich zwölf Tore ist die Porta dels Serrans oder Torres dels Serrans im Norden der Altstadt.

Das Tor wurde Ende des 14. Jahrhunderts (zwischen 1392 und 1398) im valencianischen Gotikstil erbaut. Im Gegensatz zu den Torres de Quart haben die Torres dels Serrans eine achteckige Form. Insider-Tipp: Auch hier ist an Sonntagen und Feiertagen der Eintritt kostenlos! Lasst euch die Aussicht auf keinen Fall entgehen.

Blick von den Torres dels Serrans in Valencia
Blick von den Torres dels Serrans in Valencia

Plaza de la Virgen

Plaza de la Virgen in Valencia
Plaza de la Virgen in Valencia

Nach wieder mal nur 5 Minuten von den Torres dels Serrans erreicht ihr auch schon Valencias zentralen Platz, die Plaza de la Virgen beziehungsweise Plaça de la Mare de Déu in Valencianisch. Zu Zeiten der römischen Valentia war er das Forum, in den Tagen der muslimischen Balansiya der Platz der größten Moschee und seit der christlichen Wiedereroberung ist er die Plaça de la Seu, der Platz der Kathedrale Santa Maria.

Neben dieser befinden sich hier noch zwei weitere Wahrzeichen der Stadt: die Basilika der Virgen de los Desamparados und der Palast der Generalitat. Bis zum 19. Jahrhundert war hier auch das Rathaus oder Casa de la Ciutat untergebracht, bis es an seinen heutigen Standort am Rathausplatz verlegt wurde. Heutzutage ist der Platz das wichtigste spirituelle und administrative Zentrum der Stadt und des Landes Valencia.

Kathedrale Santa Maria in Valencia
Kathedrale Santa Maria in Valencia

Tribunal de les Aigües de València

Vor der Kathedrale von Valencia findet einmal pro Woche ein besonderes Spektakel statt: Jeden Donnerstag um Punkt zwölf Uhr mittags findet sich hier das Tribunal de les Aigües de València, das Wassergericht von Valencia zusammen. Dabei handelt es sich um das Kollegium, das für die Lösung der Bewässerungskonflikte zwischen den Landwirten der Bewässerungsgemeinschaften der Gräben zuständig war und immer noch ist.

Tribunal de les Aigües de València: die älteste Rechtsinstitution Europas
Tribunal de les Aigües de València: die älteste Rechtsinstitution Europas

Das Besondere: Die Anfänge des Wassergerichts gehen ins Mittelalter um 960 n. Chr. zurück und damit gilt es als die älteste Rechtsinstitution in Europa und einzige Einrichtung ihrer Art, die aus der Araberzeit erhalten blieb. Daher ist sie seit dem 1. Oktober 2009 Teil der UNESCO-Liste des immateriellen Welterbes. Da es heutzutage keine Wasserknappheit in Valencia mehr gibt und damit auch keine Bewässerungskonflikte, ist das wöchentliche Zusammentreffen eigentlich hinfällig und deshalb auch sehr schnell abgewickelt. Dennoch ist es eine beliebte Attraktion für nationale und internationale Touristen.

Torre del Micalet

Die Kathedrale beherbergt zudem den 51 Meter hohen Glockentrum Torre del Miguelete oder Torre del Micalet. Der Name ist eine Verkleinerung der Hauptglocke Miquel, der aufgrund der örtlichen Phonetik zu Micalet wurde. Sie ist die größte und schwerste von insgesamt elf Glocken und schlägt die Stunden an.

Der Glockentrum Torre del Miguelete oder Torre del Micalet in Valencia
Der Glockentrum Torre del Miguelete oder Torre del Micalet in Valencia

Frühstück & Mittagessen

Fürs Frühstück und Mittagessen habt ihr gleich mehrere Möglichkeiten, die auf eurer Route liegen: Beide Filialen von Aloha Vegan Delights, Khambú, Almalibre Açaí Bar und The Vurger. Was ihr dort genau bekommt und welcher der Läden unser absoluter Favorit ist, haben wir euch ja bereits in unserem Food-Guide für Valencia beschrieben.

Frühaufsteher sollten jedoch vorher frühstücken oder sich etwas für unterwegs einstecken: Keiner der genannten Läden macht vor 11 Uhr auf. Fürs Mittagessen bietet sich außerdem noch The Began an, welches allerdings etwas abseits der Route liegt. Den Umweg ist es aber definitiv wert! Falls ihr euch nicht sicher seid, ob ihr wirklich etwas zum Frühstücken findet, könnt ihr euch hier die Karte von Aloha und die von Almalibre anschauen.

Mittagspause: Platja del Cabanyal

Strand Platja del Cabanyal in Valencia
Strand Platja del Cabanyal in Valencia

Nach dem Mittagessen bietet sich eine kleine Verschnaufpause an Valencias beliebtesten Stadtstrand El Cabanyal an. Hierher kommt ihr am besten mit einem Leihrad von Valenbisi oder von The Began zum Beispiel mit der Straßenbahnlinie 4 oder 6. Der auch Las Arenas genannte Strand ist mit der blauen Flagge für gute Wasserqualität ausgezeichnet und verfügt über eine gute Infrastruktur.

Der Strand aus feinem Sand ist ungewöhnlich breit und erstreckt sich auf über einen Kilometer, bis er in den Strand La Malvarrosa übergeht. Daher findet sich hier selbst im Sommer genug Platz für das eigene Handtuch. Wer nicht so gerne im Meer badet oder sich sonnt, findet vielleicht an der Strandpromenade El Paseo Marítimo Gefallen.

Nachmittag: Wissenschaftsstadt, Park & Markt

L’Umbracle der Ciutat de les Arts i les Ciències in Valencia
L’Umbracle der Ciutat de les Arts i les Ciències in Valencia

Ciutat de les Arts i les Ciències

Direkt nach der Strandpause wartet bereits ein weiteres Highlight Valencias auf euch: die Ciutat de les Arts i les Ciències am östlichen Ende des trockengelegten Flussbettes des Turia. Die „Stadt der Künste und der Wissenschaften“ ist ein Architektur-, Kultur- und Unterhaltungskomplex, welcher am 16. April 1998 mit der Eröffnung des L’Hemisfèric eingeweiht wurde.

Ciutat de les Arts i les Ciències von oben
Ciutat de les Arts i les Ciències von oben

Das wichtigste moderne Wahrzeichen der Stadt besteht aus sieben Teilen:

  • dem L’Hemisfèric, ein 3D-Kino, Planetarium und Laserium in einem 13.000 Quadratmeter großem sich öffnenden und schließenden Auge;
  • dem Museu de les Ciències Príncep Felip, ein dreistöckiges, interaktives Wissenschaftsmuseum;
  • dem L’Umbracle, eine Grünanlage, die als Zugangsbereich zur Ciudad de las Artes y las Ciencias geplant wurde;
  • dem L’Oceanogràfic, welches wir als größtes Aquarium Europas selbstverständlich nicht gutheißen;
  • dem Palau de les Arts Reina Sofía, eine extravagante Oper und Musikpalast mit vier Sälen auf 37.000 Quadratmetern Gesamtfläche;
  • der Pont de l’Assut de l’Or, eine Schrägseilbrücke, deren 125 Meter hoher Pylon den höchsten Punkt der Stadt bildet,
  • und dem L’Àgora, einem geschlossenen Veranstaltungsplatz.
L’Hemisfèric von innen
L’Hemisfèric von innen

Wenn es euch möglich ist, raten wir euch, für die Ciutat de les Arts i les Ciències einen eigenen Tag einzuplanen, da es hier wirklich viel zu besichtigen gibt. Die verschiedenen Gebäude haben unterschiedliche Eintrittspreise und es gibt diverse Packages. Ausdrücklich empfehlen können wir euch das Museu de les Ciències und das L’Hemisfèric. Wenn ihr nicht auf Tierleid steht, solltet ihr das L’Oceanogràfic nicht unterstützen.

L’Hemisfèric und Museu de les Ciències
L’Hemisfèric und Museu de les Ciències
Temporäre Ausstellung im Museu de les Ciències
Temporäre Ausstellung im Museu de les Ciències
Museu de les Ciències
Museu de les Ciències

Parque Gulliver

Durch den Jardín del Turia geht es zurück in Richtung Altstadt. Die Parkanlage im ehemaligen Fluss Río Turia gilt als die grüne Lunge Valencias. Auf dem Weg bietet es sich an, einen Stopp beim Parque Gulliver einzulegen. Dieser ist inspiriert durch den Satire-Roman Gullivers Reisen des irischen Schriftstellers Jonathan Swift.

Parque Gulliver in Valencia von oben
Parque Gulliver in Valencia von oben

Dessen Hauptfigur Lemuel Gulliver bildet die Hauptattraktion des Parks: Eine 70 Meter lange und bis zu 7 Meter hohe liegende Skulptur von Gulliver ist über Rampen, Rutschen und Treppen zugänglich und dient als Spielplatz für Kinder. Er stellt genau den Zeitpunkt dar, zu dem Gulliver gerade im Land von Lilliput angekommen ist und von den Lilliputianern gefesselt wurde. Die Figur ist so skaliert, dass die Besucher den Einwohnern von Lilliput ähneln, wenn sie über den Körper der von Jonathan Swift geschaffenen Figur krabbeln.

Palau de la Música

Palau de la Música in Valencia
Palau de la Música in Valencia

Etwas weiter nördlich befindet sich der Palau de la Música. Das Auditorium wurde 1987 eröffnet und verfügt unter anderem über mehrere Räume für Konzerte, Kongresse, Ausstellungen, Shows und Filmvorführungen.

Pont de les Flors

Von den vielen Brücken, die über das nun grüne Flussbett des Turia führen, ist die Pont de les Flors besonders fotogen und definitiv Instagram-tauglich. Wie der Name schon andeutet, ist ihr auffälligstes Merkmal die Blumendekoration, die sich auf beiden Seiten zwischen Fahrbahn und Fußgängerbrücke befindet. Die Blüten werden das ganze Jahr über durchgehend gepflegt und je nach Jahreszeit und Festlichkeit viermal oder öfter im Jahr durch eine andere Farbe ausgewechselt.

Insta-Spot: Pont de les Flors in Valencia
Insta-Spot: Pont de les Flors in Valencia

Mercado de Colón

Kommen wir nun zum letzten Punkt auf unserer Liste: dem Mercado de Colón. Der Gourmetmarkt wurde zwischen 1914 und 1916 vom valencianischen Architekten Francisco Mora Berenguer entworfen und gilt als eines der Hauptwerke des valencianischen Jugendstils. Es wurde daher zum Nationaldenkmal erklärt. Wie bereits in unserem Food-Guide beschrieben, gibt es in der Bio-Horchatería Casa Orxata vegane Optionen.

Mercado de Colón in Valencia
Mercado de Colón in Valencia

 

Von hier aus ist es nun auch nicht mehr weit zum Bahnhof Estació del Nord, von dem ihr eure Rückfahrt antreten könnt. Wir hoffen, dir hat dieser kleine Überblick über die Hauptsehenswürdigkeiten Valencias gefallen! Wenn dem so ist, lass uns doch gerne einen Kommentar da. 🙂

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